Ende September befanden sich in Belarus noch 1.338 Personen in Haft, die von Menschenrechtsaktivisten als politische Gefangene anerkannt wurden. Mindestens 11 Minderjährige waren Gegenstand von Strafverfahren, die im Zusammenhang mit der Protest- und Wahlkampagne in Belarus im Jahr 2020 eingeleitet wurden. Nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine wurden neue Verhaftungen von Minderjährigen bekannt, die Daten über die Bewegung russischer Truppen auf dem Gebiet von Belarus übermittelt hatten.

11 jugendliche politische Gefangene, die wegen Protesten verurteilt wurden, sitzen in der Erziehungskolonie Babruisk Nr. 2 ein.

Doch nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine, als das Lukaschenko-Regime den Russen die Möglichkeit gab, in die Ukraine einzudringen, tauchten neue jugendliche politische Gefangene im Land auf. Die Jugendlichen machten Fotos und gaben Informationen über die Bewegungen von Putins Truppen in Belarus weiter und machten so die Verstöße des Lukaschenko-Regimes gegen unterzeichnete Verträge und mündliche Zusicherungen publik.

Das auffälligste Beispiel unter den Minderjährigen ist Pavel Piskun, der beschuldigt wurde, am 27. Februar 2022 russische Militärausrüstung mit seinem Handy gefilmt und dieses Video zusammen mit einem Begleittext an einen «extremistischen» Telegrammkanal geschickt zu haben, in dem er über die Anzahl der Militärfahrzeuge, die Richtung ihrer Bewegung und besondere Merkmale sprach.

Der Staatsanwaltschaft zufolge trug Pavel Piskun durch diese Handlungen zu extremistischen Aktivitäten bei. Dem Mann wurde auch zur Last gelegt, dass er einige Tage später erneut russische Militärausrüstung gefilmt und das Material erneut an den «extremistischen» Telegrammkanal übermittelt hat. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Pavel Piskun wurde am 23. September 2022 zu einem politischen Gefangenen erklärt.

Aber drei andere Schüler der Region Gomel – zwei Schüler und ein Lyzeumsstudent – erfuhren von der Lage der militärischen Ausrüstung und beschlossen, sie nachts zu besichtigen. Dafür wurden Protokolle gegen die Eltern der Teenager wegen Nichterfüllung der Erziehungspflichten angefertigt.

All diese und andere Episoden von Lukaschenkas Terror gegen Minderjährige sind in der geänderten Monitoringliste enthalten, die auf der Website von «Our House» veröffentlicht ist. Wir sind von einigen wenigen, die das Schicksal der jugendlichen politischen Gefangenen in Belarus verfolgen.

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